Fünf Fehler bei der Fotoauswahl, die dein Bild kosten
Wenn ein fertiges Bild nicht trifft, liegt es fast nie an der Künstlerin. Es liegt am Foto. Eine Zeichnung kann nur zeigen, was auf der Vorlage zu erkennen ist. Was das Foto nicht hergibt, muss erfunden werden, und erfundene Gesichter sehen nach fremden Menschen aus. Diese fünf Fehler sehen wir am häufigsten.
Fehler 1: das Gesicht ist zu klein
Das ist mit Abstand der häufigste Fehler. Viele achten auf die Dateigröße und schicken ein Foto mit 4000 Pixeln Breite. Das klingt gut, hilft aber nicht, wenn die Person darauf zwanzig Meter entfernt am Strand steht.
Entscheidend ist nicht die Auflösung des ganzen Bildes, sondern wie groß das Gesicht darin ist. Eine einfache Prüfung: zoome auf dem Handy so weit heran, bis das Gesicht den Bildschirm füllt. Erkennst du dann noch klar Augen, Nasenrücken und Mundwinkel, reicht es. Wird alles matschig, reicht es nicht.
Ein Handyfoto aus zwei Metern Entfernung ist besser als ein Profifoto aus zwanzig Metern.
Fehler 2: Blitz von vorn
Ein direkter Blitz macht das Gesicht flach. Er löscht genau die feinen Schatten, aus denen eine Zeichnung ihre Tiefe zieht. Wangenknochen, Nasenform und Kinnlinie verschwinden.
Besser ist Tageslicht. Am Fenster, im Schatten draußen, an einem bewölkten Tag. Nicht in der prallen Mittagssonne, die wirft harte Schatten in die Augenhöhlen. Weiches, seitliches Licht ist ideal.
Fehler 3: der Kopf ist gedreht oder geneigt
Ein leicht gedrehter Kopf wirkt auf einem Schnappschuss lebendig. In einer Zeichnung, die groß an der Wand hängt, fällt jede starke Drehung auf. Ein Ohr fehlt, ein Auge ist verkürzt, die Nase verdeckt die Wange.
Am besten funktionieren Fotos, auf denen die Person entweder frontal oder in leichter Dreiviertelansicht in die Kamera schaut. Auch der Blick zählt: offene Augen, die in die Kamera gehen, wirken in der Zeichnung viel stärker als ein Blick zur Seite.
Fehler 4: Kappe, Sonnenbrille, Hand im Gesicht
Alles, was das Gesicht verdeckt, muss die Künstlerin erraten. Eine tief sitzende Kappe verschattet die Augenpartie komplett. Eine Sonnenbrille löscht die Augen, und die Augen sind das, was ein Portrait trägt. Auch eine Hand am Kinn oder ein Getränk vor dem Mund kosten mehr, als sie an Lässigkeit bringen.
Wenn du nur ein Foto mit Kappe hast, schick zusätzlich ein zweites Foto derselben Person ohne. Wir kombinieren das dann.
Fehler 5: alle Personen auf einem schlechten Gruppenfoto
Viele denken, alle Personen müssten gemeinsam auf einem Bild sein. Das stimmt nicht. Ein Gruppenfoto ist sogar oft die schlechteste Vorlage, weil jedes einzelne Gesicht darauf klein ist.
Besser: schick für jede Person das beste vorhandene Einzelfoto. Wir führen die Personen zu einem stimmigen Bild zusammen und gleichen Licht und Blickrichtung an. So bekommt jedes Gesicht die Qualität, die es verdient. Genau deshalb funktionieren auch Bilder, auf denen Verstorbene neben Lebenden stehen.
Was du tun kannst, wenn dein Foto nicht perfekt ist
Nicht aufgeben. Die wenigsten Erinnerungsfotos sind technisch gut, und gerade die alten Bilder, die am meisten bedeuten, sind oft die schwächsten. Eine erfahrene Künstlerin gleicht viel aus, solange die Grundinformation da ist.
Die einfachste Absicherung: schick zwei oder drei Varianten mit. Wir sagen dir vor dem Zeichnen ehrlich, welches am besten trägt, und melden uns, wenn keines reicht. Es wird nie gezeichnet, bevor das geklärt ist.
Kurz zusammengefasst
- Gesicht groß im Bild, alles andere ist zweitrangig
- Tageslicht statt Blitz
- frontal oder leichte Dreiviertelansicht, offene Augen
- nichts, was das Gesicht verdeckt
- lieber gute Einzelfotos als ein schwaches Gruppenfoto
Wenn du soweit bist, wählst du Stil, Größe und Personenzahl direkt auf der Seite Portrait zeichnen lassen. Eine ausführlichere Anleitung zur Fotowahl findest du in unseren sieben Tipps für das perfekte Foto.
Echte Handzeichnungen, keine KI.